
Olympia in Leipzig?
Nicht mit uns!
Leipzig träumt wieder einmal von Olympia.
Als Teil von BERLIN+ für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 will man die Olympischen Spiele nach Klein-Paris holen.
Ein altbekannter Leipziger Reflex: eine Mischung aus Provinzambition und fragwürdigem Größenwahn.
Das ANTI-OLYMPISCHE KOMITTEE LEIPZIG will diesem Wahn
sachliche Argumente entgegen setzen.
ARGUMENTE GEGEN OLYMPIA
Die Ausrichtung Olympischer Spiele ist hinsichtlich einer Vielzahl von Aspekten problematisch. Ebenso sind die Argumente der Olympia-Befürworter im besten Fall beschönigend und vage, im schlimmsten Fall schlichtweg irreführend und falsch.
Kosten für die Stadt Leipzig
Olympia kostet der Stadt Geld – viel Geld. Doch hat die Stadt Leipzig aktuell ein Defizit von 280 Millionen im Haushalt und Schulden von 1.000 Millionen. Wieviel Olympia kosten soll? Das weiß nicht einmal die Stadtspitze selbst. Zum Vergleich: Olympia 2024 in Paris kosteten mindestens 6,6 Milliarden.
Während Luftschlösser von “Olympia in Leipzig” gebaut werden, verfallen die Schulen, bröckeln die Brücken, stehen Soziales und Kultur auf der Streichungsliste. Trotzdem will man in Deutschland Milliarden für die Spiele ausgeben.
Unterdessen streicht das Internationale Olympische Komittee (IOC) die Gewinne ein. Mit Knebelverträgen sichern sie die eigenen Profite und die der Sponsoren. Lediglich 4% davon gehen an die Athleten. Den Rest behält das IOC.
Breitensport geht leer aus
Die Olympia-Befürworter prahlen mit positiven Effekten für den Breitensport. Doch auch hier: mehr Turnhallen? Neue Sportplätze? Jugendsportförderung? Fehlanzeige.
Das Organisationskomittee sagt selbst: aus Gründen der Nachhaltigkeit werden keine neuen Sportstätten gebaut. Man widerspricht sich also selbst ganz und gar schamlos.
Ein “Olympia für Alle” soll es sein. Doch sprechen die Ticketpreise der letzten Spiele eine deutliche Sprache. Dieses “Fest der Völker” wird sich ein Großteil der Bevölkerung nicht leisten können.
Politische „Neutralität
Das IOC legt großen Wert auf “politische Neutralität”. Wie zuletzt in Italien zu beobachten war, geht das immer mit einem Einschnitt in die Meinungsfreiheit einher. Damit stellt sich das IOC ohne Not vor kriegstreibende Autokraten und verbrecherische Diktatoren.
Korruption ist bei internationalen Großveranstaltung gang und gäbe. Der IOC ist dabei keine Ausnahme. Die Milliardengewinne sind ein Garant für Hinterzimmerabsprachen, Bestechung und Autokraten, die sich weiße Westen erkaufen.
Nachhaltige Spielen? Ein Märchen.
Natürlich darf auch das Zauberwort der Stunde nicht fehlen: Nachhaltigkeit. Es soll nichts neu gebaut werden, oder nur ganz wenig. Bestehendes soll genutzt, ökologisch geplant, sozial nachgenutzt werden. So zumindest die PowerPoint-Version.
Die Realität von Großprojekten spricht eine andere Sprache. Nachhaltigkeit ist im Bauwesen oft das, was sie am besten kann: ein wohlklingendes Versprechen, heiße Luft mit grünem Anstrich.
Das Olympia-Konzept der Stadt Leipzig strotzt zwar vor wohlklingenden Worten wie Kreislaufwirtschaft, Begrünung und Animal-Aided Design. Doch wie das genau umgesetzt werden soll, steht noch in den Sternen.
Ein Böhmisches statt Olympisches Dorf
In Leipzig war zeitweise angedacht, Teile des Olympischen Dorfs anschließend für den sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Inzwischen ist nur noch von Studierendenapartments am Stadtrand die Rede. So schnell kann soziale Verantwortung umgewidmet werden.
Zudem besteht der begründete Verdacht, dass Olympia die Mietpreissteigerung – in Leipzig schon länger ein Problem – noch beschleunigen könnte. Solche Effekte wurden in den meisten Olympia-Städten seit München ’72 beobachtet.
Und sonst so…
…
Die Olympischen Spiele der Neuzeit sind vor allem ein globales Wirtschaftsereignis. Das Internationale Olympische Kommittee (IOC) ist kein Werteverein, sondern ein Konzern: notorisch intransparent, demokratisch nicht legitimiert, korruptionsanfällig und finanziell hochprofitabel.

Aus dem Selbstverständis des AOK Leipzig